Willkommen

auf der Seite des Greifenberger Instituts für Musikinstrumentenkunde !

Wir sind eine private und gemeinnützige GmbH, die sich der Erforschung, der Dokumentation und dem Nachbau historischer Tasteninstrumente - derzeit mit dem Schwerpunkt Hammerflügel vor 1800 - verschrieben hat.

Wir sehen historische Musikinstrumente als Denkmale der Vergangenheit für unsere Zukunft und als historische Quelle vielfältiger Erkenntnis für die Gegenwart.

Übereinstimmend mit den Richtlinien der internationalen Museumsvereinigungen ICOM und CIMCIM sehen wir in Restaurierungen originaler Musikinstrumente zum Zwecke der Spielbarmachung die Gefahr von erheblichem Schaden für das Kulturgut Musikinstrument.

Die "Nutzung" eines Originalinstruments geht unweigerlich mit Eingriffen in die historische Substanz einher, um eine Funktionstüchtigkeit neu herzustellen, der fortgesetzte Gebrauch mit Verschleiss, statischer Beanspruchung und Austausch von nicht mehr funktionierenden Bauteilen. Auf lange Sicht werden so historische Denkmäler für eine oft nur sehr kurze Neunutzung Stück für Stück, aber unwiderbringlich geopfert.

Das Greifenberger Institut für Musikinstrumentenkunde bemüht sich deshalb - mit den auf dieser Web-Seite vorgestellten Methoden - Wege zu finden, die mit wissenschaftlichem Anspruch die Funktions- und Klangwelt des Kulturdenkmals „Originales Musikinstrument“ erschließen.

Unsere Aufgabe sehen wir darin, Verfahrensweisen zu entwickeln, die Originale zu bewahren, zu dokumentieren, und gründlich zu erforschen, und dennoch deren musikalische Eigenheiten erfahrbar zu machen. Mit den gewonnenen Erkenntnissen unserer Dokumentationen der Originale ist es möglich, Instrumente herzustellen, die in maximal möglichem Umfang mit den historischen Vorlagen übereinstimmen. Musiker können damit deren Eigenschaften erfahren und musikalisch umsetzen. Für die Hörer werden die Klangeigenschaften solcher Instrumente selbst erneut erlebbar. Die Originale können so für zukünftige Generationen bewahrt werden, und dennoch ihre spezifischen Qualitäten als Klangwerkzeuge für die Musik ihrer Zeit in unserer Gegenwart zum Leben erweckt werden.

Im Vordergrund unserer alltäglichen Arbeit steht die Rekonstruktion historischer Handwerkstechnik und Verfahrensweisen im Tasteninstrumentenbau wie auch die Aufbereitung des zeitgenössischen musikalischen Kontextes.

thema der Woche

 

Aktuell

Gregor Deiß, 1815
wissenschaftliche Rekonstruktion eines Hammerflügels
Süddeutsch (J. A. Stein-Schule, ca. 1780)
wissenschaftliche Rekonstruktion eines Hammerflügels
Anton Walter, ca. 1782
wissenschaftliche Rekonstruktion eines Hammerflügels
Süddeutsch (Franz Jacob Späth, ca. 1770)
wissenschaftliche Rekonstruktion eines Hammerflügels
J. H. Silbermann, 1767
wissenschaftliche Rekonstruktion eines Querspinetts
 
 
 

Impressionen

Ausstellungsraum 
Ausstellungsraum
Werkstattkonzert Nr. 1 / 2020 
Werkstattkonzert Nr. 1 / 2020
Werkstatt 
Werkstatt
Messraum 
Messraum
 

Der Autor und Goethe Freund Karl Philip Moritz formuliert im Titel seiner 1788 erschienenen Schrift „Von der bildenden Nachahmung des Schönen“ ein Grundprinzip unserer Forschungsarbeit an historischen Tasteninstrumenten.
Wir sehen im historischen Instrument ein Bildungsgut, das die Basis unserer Musikkultur in ihrem soziokulturellen Umfeld bewahrt und für die Erforschung zugänglich macht.
Eine Grundlage für das Verstehen der im Instrument geborgenen Bildungs- und Wissensstruktur ist das möglichst vollständige Aufklären seiner Herstellungsprozesse.
Die Dokumentation des Befundes, die Analyse der Materialien und das forensische Aufdecken der Werkzeug- und Arbeitsspuren bildet die determinierte Ausgangslage für alle folgenden Schritte.
Die Methoden der experimentellen Archäologie sind das Verfahren, um die „Bildende Nachahmung des Schönen“ zu einem Verstehen des soziokulturellen Umfeldes heranzuziehen.
In der vollständigen Nachahmung aller zum Ganzen des Instruments führenden Arbeitsschritte zeigt sich das historische Instrument als Gestaltungsprozess, der eng mit den Bedingungen und den Ausdruckssehnsüchten seiner Zeit verbunden ist.
Die mit dieser Methode wissenschaftlich erschlossene Rekonstruktion ist also viel mehr als eine Kopie des Originals.
Das rekonstruierte Instrument ist ein Experimentierfeld der musikalisch-technischen Funktion, das im Original zwar geborgen, aber ohne Veränderung der überlieferten Substanz nicht mehr zugänglich wäre.
Die Methoden, die im Greifenberger Institut entwickelt werden, bewahren die Originale als unveränderte Quelle und Kulturgut, und öffnen nachvollziehbar über den Weg der „Bildenden Nachahmung des Schönen“ das Ausdrucks- und Wirkungsstreben jener Epochen, die für unsere Kultur der Gegenwart die Grundlagen ihrer Identität sind.

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