Süddeutsch (zugeschrieben Franz Jacob Späth ca. 1770)
Detail: Tastenfronten

Abb. 1

Abb.1: Späth-Flügel Original, Klaviatur mit hellen Obertasten (Bein) und dunklen Untertasten (Oberbelag Ebenholz, vorne geschwärzter Birnbaum).

Befund: Die Fronten der Untertasten bestehen aus geschwärztem Birnbaum (einfache Sichtprüfung unter dem Mikroskop, eindeutige Merkmale).

Abb. 2

Abb.2: Späth-Flügel Original, Detail Tastenfronten.

Verfahrenshypothese: Erzeugung des Rillenprofiles der Tastenfronten schneidend bzw. schabend in kreisförmiger Bewegung mit einem Drechselwerkzeug. Es werden Plättchen mit vollem Kreisprofil hergestellt, die anschließend halbiert werden.

 
Abb. 3

Abb.3: Herstellung eines geeigneten Drechselwerkzeuges durch Einfeilen des Rillenprofiles in ein Ziehklingenblech.

Abb. 4

Abb.4: Ausgangsmaterial sind bereits auf Endstärke (2 mm) und ungefähre Endabmessung in Länge und Breite ausgehobelte Holzplättchen aus Birnbaumholz. Voraussetzung hierfür ist eine spezielle Einspannvorrichtung an der Drechselmaschine. Zunächst erfolgt das Ankörnen der Mitte des Werkstücks mit der Zentrierspitze (die Vertiefung dient als spätere Führung für die Zentrierspitze des Drechselwerkzeuges). 

 
Abb.5

Abb.5: Drechseln des Profils unter leichtem Druck.

Abb. 6

Abb.6: Fertig gedrechseltes Plättchen mit vollem Kreisprofil.

 
Abb. 7

Abb.7: Anreissen der Kreishälfte mit dem Streichmaß.

Abb. 8

Abb.8: Halbieren des Holzplättchens mit der Säge, der vertiefte Riss dient als Sägeführung.

 
Abb. 9

Abb.9: Halbierte Tastenfronten nach dem Aufleimen an den vorderen Tastenenden.

Individuelle Anpassung des Abstandes von Kreisbogen zur Tastenoberkante durch Feilen.

Abb. 10

Abb.10: Klaviatur nach abschließendem Schwärzen der Tastenfronten mit Eisen-gallustinte / Kaseinfarbe.

 
Tastenfronten Nachbau
Tastenfronten Nachbau
Tastenfronten Original
Tastenfronten Original
 
 
 

Arbeitsdetails zum Nachbau des Originalinstrumentes

Klaviatur / Tastenfronten
Klaviatur / Tastenfronten

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